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 Alte Taverne zum grünen Drachen
Kalastria Sturmbogen Offline

Freund der Elder Dragons

Beiträge: 73

24.02.2003 21:24
Kalastria Sturmbogen Antworten

Du willst meine Geschichte hören?

Naja, das muss wohl zu den Unannehmlichkeiten einer Stadt gehören, das einem Leute einfach so ansprechen. Ist dir schon aufgefallen wie sehr es hier stinkt, alles scheint tot zu sein oder im sterben zu liegen. Oh, ich schweife ab, was war die Frage? Achja, meine Geschichte.

So wie die meisten Waldelfen, verbrachte auch ich meine Jugend in den schützenden Baumkronen von Kelethin. Eine wunderbare Stadt, hast du sie jemals besucht ? Mein Vater war Bogenmacher, meine Mutter kümmerte sich um mich und meinen Bruder. Ab und an kamen Fremde von weit her und erzählen Geschichten darüber was in den tieferen Wälder von Kelethin vor sich ging. Die drohenden Okrhorden von Crushbone, die Wegelagerer und die Koboldfeen welche den Reisenden immer wieder streiche spielten.

Als ich grösser wurde half ich meinem Vater in seiner Werkstadt die gesuchten elfischen Langböden herzustellen. Es war immer wieder interessant einen neuen Bogen nach seiner fertigstellung auszuprobieren, und herauszufinden wo seine Stärken und Schwächen waren. Der Druidenzirkel von Kelethin stellte früh fest, das mein Bruder von Tunare mit einem tieferen Verständnis für die Magie der Natur gesegnet wurde. Oft sassen wir da, er erzählte über diese Geheimnisse und ich lauschte ihm, wie die Kinder damals den Reisenden.

Es kam die Zeit da mein Bruder von Kelethin wegzog, um das Gleichgewicht der Natur in den Wälder welche nicht zu Kelethin gehörten, zu sichern oder wiederherzustellen. Ich führte das Geschäft meines Vaters weiter, mit welchem ich genug einnahm um auch Vater und Mutter zu Unterhalten. Nur mit schwerem Herzen liess ich meinen Bruder gehen, da ich die Zeit missen würde, welche wir doch immer wieder zusammen in den tieferen Wäldern von Kelethin verbrachten.

Gerüchte machten sich breit, das Reisende einen neuen Kontinent entdeckt haben. Und die Gerüchte bestätigten sich, als Felwithe und Kelethin zusammentan und eine Expeditionsgruppe von Wald- und Hochelfen zusammenstellten, welche den Kontinent erkunden sollten. Zu meiner Ueberaschung war auch mein Bruder in dieser Expeditionsgruppe, was mir ein paar wunderschöne Tage mit ihm bescherte, welche leider viel zu kurz waren. Mehrere Monate später, vielleicht war es auch ein Jahr, kam die Expeditionsgruppe zurück mit Geschichten und Erkenntnissen. Felwithe erklärte unseren Gilden und dem Rat die Notwendigkeit Leute auszuschicken und appelierte an die Bevölkerung ihren Brüdern und Schwestern zu folgen.

Viele folgten diesem Ruf, und Kelething schien wie ausgestorben für die Reisenden die nach dem grossem Aufbruch die Stadt besuchten. Und dies war wohl der Fehler den wir begingen, Crushbone schien sich schon zu lange nicht mehr zu regen, und der Rat diskutierte darüber ein paar Späher auszuschicken. Doch dieser Entschluss wurde nie gefällt, denn eines Nachts, wurden die verbleibenden Bewohner von einem stetigen Trommeln aus ihrem friedlichen Schlaf gerissen. Ich stand auf, und blickte aus meinem Fenster, in ganz Kelethin war kein Licht mehr nur kleine Fackeln wie Irrlichter bewegten sich von Plattform zu Plattform. Das stetige Trommeln kam von Crushbone, es waren die blutrünstigen Horden, welche sich in ihren Kampfrausch steigerten, denn sie wussten wie verletzlich Kelethin nun war. Es klopfte an die Tür, ich machte sie auf, und was ich sah, erschreckte mich zutiefst. Ein Junge, nicht älter als 10 Sommer, stand vor meiner Tür, gekleidet in ein viel zu grosses Kettenhemd, ein Köcher umgeschnallt an seinem Oberschenkel, Langbogen in der linken Hand und einen Dolch am Gürtel. Ich weiss nicht mehr genau was er zu mir sagte, noch wie er es sagte, alles was ich sah war dieser Junge, und ich hoffte das er den nächsten Morgen sehen würde, er lief weiter, zum nächsten Haus. Ich nahm meine Rüstung und meine Waffen, und machte mich zum Ratshaus auf. Auf meinem Weg zum Ratshaus, wurde ich aus meinem Traum gerissen, als sich die ersten Feuerpfeile in die Dächer von Kelethin bohrten. Mein nächster Gedanke galt meinen Eltern, und ich rannte was mein Atem hergab. Mehr und mehr Pfeile bohrten sich in die Dächer, Hängebrücken und Plattformen, einige Gebäude brannten lichterloh. Ich sah Leute mit Wasserkesseln zu den Häusern rennen, doch sie waren zu wenige um alle Feuer zu löschen. In der Ferne sah ich die Plattform brennen auf der meine Eltern wohnte, mein Atem stockte. Mein Hals schien wie zugeschnürt, weinend sank ich auf meine Knie, mein Herz zerbarst in zwei grosse Teile. Der Schmerz schien grösser und grösser zu werden, und kein Ende zu nehmen. Bis mir dieser kleine Junge vor Augen erschien, und ich wusste, das auch er sein Leben lassen müsste, sollte ich hier verweilen und meinen Eltern nachtrauern. Zögerlich, viele Blicke auf die brennende Plattform zurückwerfend, stand ich auf und nahm meinen Bogen in die Hand.

Ich mag mich noch an meine ersten paar Pfeile erinnern, welche die Orks in ihrem blutlüsternen Sturmangriff niederstreckten, und sie nicht wieder aufstanden. Auch an diese Dunkelelfen, gehüllt in ihre schwarzen mit Gold bestickten Roben, und dem schwarz violetten Nebel welcher sie umgab. Ich sah wie sich die Gefallenen aufrichteten, Kinder und Kämpfer, das abscheuliche grinsen auf den Gesichtern der Dunkelelfen, und wir uns gegen unsere Toten verteidigen mussten. Das letzte was ich noch weiss, dieser Junge, welcher vor meiner Haustür stand, mit einem Dolch in seiner Hand, auf mich losstürmte.

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