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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 301 mal aufgerufen
 Alte Taverne zum grünen Drachen
Wambi Offline

Drache aus dem kalten Norden

Beiträge: 417

16.09.2002 23:27
ein mutiger Entschluss Antworten
Sooft er die Zeit dazu hatte , setzte sich der Wirt zu seinen Gästen um sie zu unterhalten, oder einfach nur um ihnen zu zuhören. so erfuhr er auch von dieser Geschichte :



So lange er denken konnte, war er auf den Schlachtfeldern dieser Welt zuhause. Anfangs noch als unerfahrener Knappe, um einem edlen Ritter die Waffen zu reichen und ihn mit Speise und Trank zu versorgen, später als Kämpfer gegen das Böse führte selbst die Klinge und versuchte alles was er abgeschaut und gelernt hatte in die Praxis umzusetzen. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg. Nun jedoch Kämpfte er bereits seit einiger Zeit mit einem bunt zusammen gewürfelten Haufen , welcher sich aus verschiedenen Charaktären zusammen setzte und wie man an ihrem Erfolg sehen konnte, war es eine gute Zusammensetzung. Doch nun war er an einem Wendepunkt seines Lebens angelangt und war sich nicht im klaren darüber, was die Zukunft ihm bringen würde. Der Zweifel zerfraß seine Seele und machte ihn unaufmerksam gegenüber seinen Feinden. Eben diese Unaufmerksamkeit kostete ihm im Kampf fast das leben und die Unaufmerksamkeit wuchs mit jedem Kampf weiter. Oftmals hatte er sein Leben nur der großen Kunst des Heilers, welcher seiner Gruppe angehörte, zu verdanken, ansonsten wäre er sicher schon in das Schattenreich eingegangen. So kam es, das er sich mehr und mehr von den Kämpfen zurück zog, um mit sich wieder in`s Reine zu kommen. Doch sehr bald merkte er, das er auf diese Weise nicht nur sein Leben , sondern auch das Leben seiner Kameraden gefährdete. So kam es, das er seinen Abschied nahm und den Schlachtfeldern den Rücken kehrte, um seinen Weg zu suchen. Er achtete jedoch darauf, das die Verbindung zu seinen Freunden nie ganz zum erliegen kam und er immer wusste was sie gerade taten und umgekehrt. Er trainierte jedoch weiterhin seine Kampfkünste und versuchte sie zu perfektionieren, für den Fall, dass es ihn irgendwann wieder auf das Schlachtfeld zog.

Der Kampf gegen die Mächte der Finsternis wütete nun schon viele Jahre, jedoch es war nicht mehr sein Kampf. Er saß ruhig und in sich gekehrt in dieser Taverne, um ihn herum erzählten die Stimmen der „Helden“ von ihren großen Siegen gegen das Böse dieser Welt. Wenn man ihren Geschichten glauben schenken wollte, so wäre jeder Einzelne von ihnen in der Lage gewesen, das Böse zu vernichten und dem Guten zum Siege zu verhelfen. Ein Lächeln huschte über seine verwitterten und von unzähligen Kämpfen gezeichneten Züge, denn er wusste es besser. Er hatte lange Jahre auf den Schlachtfeldern seinen Mann gestanden und gegen den Abschaum dieser Welt gekämpft.
Es dauerte nur einen flüchtigen Augenblick und seine Sorgen hatten ihn wieder eingeholt. Sein Glaube an das Gute war in seinen Grundfesten erschüttert und er wurde von seinem Gewissen hin und her gerissen. Er focht einen schwereren Kampf mit sich selber aus, als jemals mit irgendeinem anderen Feinde zuvor auf dem Schlachtfeld. Noch war sein Glaube stark in ihm und er hoffte das es dem Guten in ihm gelingen würde den Sieg davon zu tragen. Der große Zwiespalt in ihm bestand darin, dass es in den meisten Religionen ein Verstoß gegen den Glauben ist , jemandem das Leben zu nehmen. Doch auf den Schlachtfeldern werden die Waffen gesegnet im Namen der jeweiligen Gottheit um möglichst schnell möglichst viele Feinde zu töten. Auch er hatte nicht nur auf dem Schlachtfeld getötet, sondern auch mittels List und Überraschungsangiffen, bei denen dem Gegner kaum Zeit zur Gegenwehr blieb. So kam es, das er sich nun fragte : Was unterscheidet mich noch von meinen Feinden ?

Konnte ein Kämpfer für das Gute auch ein guter Mensch sein? Diese Frage beschäftigte ihn über einen sehr langen Zeitraum. Endlich fasste er jenen Entschluss, welcher Ausschlag gebend für sein weiteres Leben sein sollte. Er wollte nochmals in den Kampf ziehen um gegen das Böse zu kämpfen, doch es sollte nicht irgendein Kampf sein, sondern er wollte sich jenem Herrn des Finsternis selbst stellen , von dem er schon soviel gehört hatte und den alle als DAS Böse schlechthin bezeichneten und dessen wahrer Name ein Tabu ist. Diesem Erzfeind des Guten wollte er sich in einem offenen Zweikampf stellen, Mann gegen Mann. Es war bereits später Abend als die beiden sich trafen und unverzüglich gegeneinander anstürmten. Der Kampf zwischen den beiden wütete die ganze Nacht hindurch und alles Leben im Umkreis ihres Kampfplatzes verkroch sich oder wurde ausgelöscht. Es war der Kampf zweier ebenbürtiger Giganten. Auch am Morgen kämpften die beiden mit unverminderter Härte weiter, so das der Boden bebte und die Luft erfüllt war vom Lärm des Kampfes und dem Wiederhall der furchtbaren Schläge, welche die Rüstung oder den Schild trafen. Auch nach Stunden des Kampfes setzten sie ihre Hiebe und Tritte noch immer gut überlegt und zielsicher. Es war früher Vormittag als er, geblendet von einem Lichtreflex auf den Waffen einen kurzen Moment die Augen schließen musste. Genau diesen Moment nutzte sein Feind und streckte ihn mit einem gewaltigen Hieb gegen den Schild gefolgt von einem Tritt gegen die Brust nieder. Blitzschnell war der Herr des Bösen über ihm , das Schwert zum Todesstoß erhoben. Anstatt den Recken jedoch ohne zu zögern zu töten,
ließ er ihm die Wahl : Unterwirf dich mir und meiner Macht und bleib am Leben, oder bleib aufrichtig und Stolz bis in dein Grab. Ich nehme an ihr könnt euch alle die Antwort des stolzen Recken denken, deshalb möchte ich auch hiermit diese Geschichte schließen .

Wambi Offline

Drache aus dem kalten Norden

Beiträge: 417

16.10.2002 18:20
#2 RE:ein mutiger Entschluss Antworten

Wie ihr alle euch bestimmt gedacht habt, lautete seine Antwort : Ich werde mich euch unterwerfen. Er hätte nicht so lange auf den Schlachtfeldern dieser Welt überlebt, wenn er nicht schlau genug wäre um zu wissen : NUR WER LEBT KANN KÄMPFEN !
So kam es, dass er in den Dienst beim Herrn des Bösen eintrat.
Er raubte, plünderte, mordete und brandschatzte, wie es sein Herr verlangte. Es ging Tag um Tag ins Land, doch seine alte Kraft und Gewandtheit kehrten nicht wieder und irgendwann kam er zu dem Punkt, wo er auch das letzte bisschen Selbstachtung verlor. Da es ihm jedoch in diesem Zustand unmöglich war sich dem Zweikampf erneut zu stellen, ergab er sich in sein scheinbar unabwendbares Schicksal und wurde zum stärksten Werkzeug seines Herrn.
Auch jetzt noch berichteten ihm seine Späher, was seine früheren Freunde taten und er versuchte ihnen aus dem Weg zu gehen, um nicht gegen sie Kämpfen zu müssen. So schlich die Zeit träge doch unaufhaltsam wie ein Fluss dahin und er sorgte dafür, dass sich die Macht seines Herrn immer weiter ausbreiten konnte.
Eines Tages, als seine Horde gerade dabei war ein Dorf dem Erdboden gleich zu machen, begab es sich, dass aus einer der brennenden Hütten ein Kind auf ihn zugelaufen kam.
Er hatte sein Schwert schon zum tödlichen Streich erhoben als er in die Augen des Kindes sah. Er konnte in diesen Augen nur das grenzenlose Entsetzen und den abgrundtiefen Hass erkennen und keinerlei Angst. Dieser Blick war es, der ihn an seine eigene Kindheit, falls man sie so nennen konnte, erinnerte und ihn zögern und erschaudern ließ. Er fasste den Entschluss, dieses Kind am Leben zu lassen und in seine Obhut zu nehmen.
Gerade als er diesen Gedanken gefasst hatte, wurde das Kind durch einen mächtigen Hieb seines Herrn niedergestreckt, worauf dieser in ein homerisches Gelächter ausbrach.
In diesem Augenblick brachen sich sein alter Zorn und sein alter Kampfgeist ihren Weg in sein Herz und er stieß einen furchtbaren Schrei aus der nichts menschliches mehr an sich hatte
Blitzschnell führte er eine erste Attacke gegen seinen Herrn die dieser jedoch abwehren konnte. Nun waren die verdutzten Wachen aus ihrer Erstarrung erwacht und griffen ihrerseits unseren Recken an. Nachdem er mit einem gewaltigen Hieb gleich zwei von ihnen niederstreckte wagte es niemand mehr sich den beiden Kämpfern in den Weg zu stellen.
Dieses mal sollte es ein ungleicher Kampf werden, welcher jedoch nichts desto trotz mit einer furchtbaren Härte geführt wurde. Sein Herr hatte seine Kampfübungen schon über einen längeren Zeitraum vernachlässigt, da er ja einen mächtigen Verbündeten gefunden hatte welcher ihm die oft langwierigen und beschwerlichen Feldzüge abnahm.
Ungeachtet dessen wogte der Kampf wohl nahezu zwei Stunden hin und her, bevor er durch eine Finte unseres Recken beendet wurde.
Es ist anzunehmen, dass der Herr des Bösen seinen Untergang in Gestalt einer Schwertklinge nicht einmal kommen sah. In seinen brechenden Augen spiegelte sich nur maßloses Erstaunen wieder.
Die Kunde vom Sieg über DAS Böse ging wie ein Lauffeuer durch das Land und erreichte sehr schnell auch die entlegensten Winkel, so dass auch die ehemaligen Weggefährten unseres Recken davon Kunde erhielten. Nachdem er seine erlittenen Wunden versorgt hatte, zog er weiter durch das Land und versuchte seine Untaten wieder gut zu machen, schließlich traf er auch mit seinen Kameraden zusammen und sie zogen von da ab wieder gemeinsam durch das Land um die wenigen Überfälle zu Ahnden, die es seit jenem denkwürdigen Sieg noch gab.
So hatte er es schließlich doch geschafft, trotz all der Irrwege, einen ganzen Landstrich zu befrieden.

Nach dem der Fremde geendet hatte mit seiner Geschichte, spendierte der Wirt ihm einen Krug Wein und Tischte ihm als dank auch reichlich zu Essen auf. So gestärkt zog der Fremde nach einiger Zeit dann wieder seines Weges. Ein paar Tage später hörte der Wirt von einem Bauern aus der Gegend, das in dem Dorf wo er wohnt 5 Banditen ihr Unwesen trieben, bis sie vor wenigen Tagen von einem Fremden erschlagen wurden.

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